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ReEsser (!)

Posted: Wed Oct 10, 2018 4:00 pm
by diwiri
Ich weiß, es ist eine wohl recht ungewöhnliche Frage. Gibt es so etwas wie einen ReEsser?
Hin und wieder hat man Leute vor dem Mikrofon, die leicht lispeln. Ich denke an ein PlugIn, das immer, wenn S-Laute zu schwach sind, diese verstärkt. Das also genau umgekehrt arbeitet wie ein DeEsser. Die Frage ist ernst gemeint! :)

Re: ReEsser (!)

Posted: Wed Oct 10, 2018 8:57 pm
by Centralmusic
Wenn nichts im Audiosignal vorhanden ist, kann man auch nichts künstlich hinzuzaubern. ;)

Wenn ein/e Künstler/in stark lispelt, sollte er/sie das wegtrainieren, einen Sprachtrainer und/oder einen Zahnarzt aufsuchen.
Das ist alles.
:)

Re: ReEsser (!)

Posted: Wed Oct 10, 2018 9:09 pm
by diwiri
Das sehe ich nicht so. Wenn ich eine EQ-Automation so programmiere, dass sie bei einem gelispelten S den betreffenden Frequenzbereich kurzzeitig extrem anhebt, komme ich durchaus zu einem guten Ergebnis. Das bei jedem gelispelten S zu machen, ist natürlich sehr umständlich. Deshalb dachte ich daran, ob es für so etwas eventuell ein PlugIn gibt.
Und den Hinweis, dass das der Künstler wegtrainieren sollte, kann ich nur bedingt gelten lassen. Wer schon einmal Hörspielaufnahmen mit Kindern gemacht hat, die Zahnspangen tragen, weiß, wovon ich rede.

Re: ReEsser (!)

Posted: Wed Oct 10, 2018 10:35 pm
by marQs
Du könntest einen Deeser benutzen, der fähig ist, nur zu spielen, was er wegmacht und den zusätzlich zum eigentlich Signal laufen lassen. Oder einen dynamischen EQ, der die gewünschte Frequenz boostet. Oder was Obertöne erzeugendes. Der Möglichkeiten gibt's eine Menge ;-)

Re: ReEsser (!)

Posted: Thu Oct 11, 2018 7:02 am
by Ruby
HI,

wie marQs schon geschrieben hat, mit einem dynamischen EQ geht das eigentlich problemlos. Der EQ muss diese Funktionalität natürlich unterstützen.
Eingestellt wird es über die Ratio. Die willst den Freq-Bereich nicht komprimieren (bsp 4:1), sondern boosten. Dann wäre die Ratio z.B. 1:4.


Gruß Ruby

Re: ReEsser (!)

Posted: Thu Oct 11, 2018 7:37 am
by Centralmusic
diwiri wrote:
Wed Oct 10, 2018 9:09 pm
Das sehe ich nicht so. Wenn ich eine EQ-Automation so programmiere, dass sie bei einem gelispelten S den betreffenden Frequenzbereich kurzzeitig extrem anhebt, komme ich durchaus zu einem guten Ergebnis. Das bei jedem gelispelten S zu machen, ist natürlich sehr umständlich. Deshalb dachte ich daran, ob es für so etwas eventuell ein PlugIn gibt.
Und den Hinweis, dass das der Künstler wegtrainieren sollte, kann ich nur bedingt gelten lassen. Wer schon einmal Hörspielaufnahmen mit Kindern gemacht hat, die Zahnspangen tragen, weiß, wovon ich rede.
naja...^^
Ich arbeite mit Sprechern. Kinder waren auch mal dabei. Und habe da ganz andere Erfahrungen in all den Jahren gemacht, wenn es um das allg. Lispeln geht.
Und so hatte ich deine Anfrage hier auch verstanden.
Aber ich hatte bisher noch keine Zahnspangen recordet und wusste schließlich nicht, dass es um Kinder mit eben diesen geht.

Es KANN klappen, aber wie gesagt hängt das nun mal > sehr vom Ausgangsmaterial ab.
Bei deinen Aufnahmen werden noch genug Höhenanteile da sein, die du anheben und kaschieren kannst. Sonst würde das auch nie funktionieren... ;)

Noch besser ist es aber immer, gleich ein anderes passenderes Mikro zu verwenden, was eben die Höhenschwäche, den "Lispelmumpf" betont aka. auffrischt.
Dann kann man sich das ganze Nachbearbeiten nämlich vielfach sparen, da Absenken immer besser ist, als anheben in solch einem Falle. "Was nicht da ist..:"
Klingt auch besser/natürlicher.

Aber der obige allg. Hinweis, dass der/die Künstler/in das Lispeln wegtrainieren sollte oder die Zähne beim Zahnarzt richten sollte, kommt ja auch nicht von ungefähr.
Es ist wichtig und richtig dass man darauf hinweist. Nur das hilft letztendlich dem Künstler auch weiter. :)

Gut, in deinem Fall Kinder mit Zahnspangen. Das ist etwas anders, klar. ;)
Hoffe, du findest eine passable Lösung. Es wurde ja schon einiges genannt.
Ich würde wohl auch einen Dyn EQ verwenden mit invertierter Einstellung. :)


LG